Burgruinen im Siebengebirge - Drachenfels, Löwenburg und Rosenau

  • Burgruine Löwenburg im Siebengebirge
  • Burgruine Rosenau im Siebengebirge
  • Burgruine Drachenfels im Siebengebirge
  • Wolkenburg im Siebengebirge, Skizze der mittelalterlichen Burg
  • Ruine der mittelalterlichen Kirche auf dem Petersberg, Siebengebirge
Burgruine Löwenburg im Siebengebirge Burgruine Rosenau im Siebengebirge Burgruine Drachenfels im Siebengebirge Skizze der mittelalterlichen Burg auf der Wolkenburg Ruine der mittelalterlichen Kirche auf dem Petersberg, Siebengebirge

Das Hohe Mittelalter war die Zeit der Burgen und Ritter: eine oder mehrere Burgen an strategisch guten Plätzen sicherten das Herrschaftsgebiet. Die Gefolgsleute der Königs erwarben Grundherrschaft und bekamen vom König Rechte verliehen, die ihnen Einkünfte und Macht sicherten. Am Rhein galt das ganz besonders für das Zollrecht, auch das Vogteirechte über Klöster waren begehrt und umkämpft. Doch Grund-herrschaft und Rechte mussten behauptet und verteidigt werden: Burgen wurden errichtet, sie wurden belagert und verteidigt.

Neben der befestigten Wolkenburg ließ das Erzbistum Köln ließ ab 1140 die Burg auf dem Drachenfels bauen, die von Abt Gerhard von Are vom Bonner St. Cassius-Stift fertiggestellt wurde.

Den Grafen von Sayn war es innerhalb zweier Generation gelungen, ihre Besitzungen und ihr Ansehen durch die Verbindung mit anderen adeligen Häusern auszuweiten. 1181 stand ihre Burg Blankenberg im heutigen Hennef. Um 1200 erbauten sie die Löwenburg. Unklar ist, welche Rolle die Burg Rosenau nahe des Ölbergs gespielt hat, vielleicht war sie eine Feste des Erzbistum Kölns gegen die Grafen von Sayn auf der Löwenburg. Schon um 1250 wurde sie wieder abgerissen.

Burgtypen

Vorläufer der Burgen sind die "Motten". ein von Palisaden umgebener hölzener Wehrturm auf einem künstlich aufgeworfenen Erdhügel. Zu ihren Füßen lag häufig eine Vorburg. Und man legte häufig einen künstlichen Wassergraben um die Anlage an.

Man unterscheidet verschiedene Burgentypen sind die Gipfelburg, die Zungenburgen und Wasserburgen.

Der Name Gipfelburgen ist selbsterklärend. Der Drachenfels und die Löwenburg wurden auf dem Gipfel der gleichnamigen Berge errichtet. Eine solchen Burg, oft genug ein wahres "Felsnest" war schwer zu erreichen. Es scheint unmöglich, schweres Belagerungsgerät auf den Berg zu bringen, und wenn, war der Angreifer ständig Brandpfeilen, Steinen und Pechnasen ausgesetzt. Doch ebenso beschwerlich muss es gewesen sein, die Burg zu bauen und zu bewirtschaften. Vor allem musste auch die Wasserversorgung sichergestellt werden. Auf der Löwenburg wurde in einer Zisterne das Regenwasser gesammelt, wohl auch auf dem Drachenfels.

Später, ab etwa 1200, änderte sich die Burgenbauweise wieder. Man suchte nach Gelände, das an drei Seiten natürlichen Schutz und an der vierten bequemen Zugang bot. Dies konnte zum Beispiel eine vorspringende Bergzunge sein, deshalb spricht man von "Zungenburgen". Den zum übrigen Land offenen Teil solcher Zungenburgen riegelte man durch mächtige Mauern und einen besonders massiven, gut geschützten Torbau ab. Auf dem flachen Land konnte man die Burg auf in eine Flussschlaufe bauen. Oder auf festes Land inmitten eines Gewässers, eine Inselburg. Oft wurden solche Wassengräben auch künstlich angelegt, und die Burg war nur über eine Zugbrücke zu erreichen.