Steine vom Drachenfels für den Kölner Dom - Interregnum und Grafenkönige

Spätmittelalter

Nach dem Tod Friedrichs II. 1250 bricht das Stauferreich zusammen. Seine Söhne Konrad und Manfred und sein Enkel Konradin sterben im Kampf um ihr Erbe; Süditalien geht dem Reich für immer verloren. Im Heiligen Land zeichnet sich das Ende der Kreuzfahrerstaaten und des Lateinischen Kaiserreiches Romania in Byzanz ab.

Interregnum

In Deutschland gibt es wohl Könige, sogar mehrere gleichzeitig - Wilhelm von Holland, Richard von Cornwall und Alfons von Kastilien - aber nur dem Namen nach, keiner von ihnen kann sich landesweit durchsetzen. Das wäre auch nicht im Interesse der Großen des Reiches, die ihre eigene Macht ausbauen wollen. Kaum einer hat die Macht, den zahlreichen Raubrittern das Handwerk zu legen.

Schließlich wird Rudolf von Habsburg (1273-91) gewählt, Er greift scharf gegen Landfriedensbrecher durch und kann schließlich in weiten Teilen des Reiches wieder Ordnung und Sicherheit herstellen.

Rivalitäten im Rheinland

Im hohen Mittelalter waren die Erzbischöfe von Köln wichtige Männer im Reich. Noch zur Zeit Friedrichs II. waren sie hochangesehen - Engelbert I. von Berg und Heinrich Müllenarck waren mächtige Stützen des Kaisers in Deutschland. Das änderte sich 1246, als Erzbischof Konrad von Hochstaden sich im Endkampf zwischen Kaiser und Papst auf die Seite der Gegner schlug. Sein Schwager, Graf Adolf IV. von Berg, schloss sich ihm an.

Mit dem Tod der Schwäger Adolf IV. (1259) und Erzbischof Konrad (1261), endet der Friede zwischen dem Erzbistum und der Grafschaft Berg. Solange die Erzbischöfe an dem Anspruch festhalten, nicht nur Herren über ihr eigenes Land, sondern auch Oberherren über sämtliche benachbarte Gebiete des Niederrheins zu sein, ist kein dauerhafter Friede möglich.

Graf Adolf V. von Berg (- 28. oder 29. September 1296) wird ein erbitterte Gegner der Kölner Erzbischöfe. 1262 verbündet er sich mit der Stadt Köln gegen Erzbischof Engelbert II. von Falkenberg (EB 1261-1274). Der hat in der Stadt Köln einen schweren Stand, denn die wirtschaftlich erfolgreichen Bürger, die Patrizier, wollen auch politisch mitbestimmen. 1268 kommt es zu schweren Gefechten, der Erzbischof wird lange Jahre gefangen gehalten und schließlich aus der Stadt vertrieben. Nun lässt er in Bonn eine Residenz errichten.

Mit dem neuen Erzbischof Siegfried von Westerburg (EB 1274-1297) stehen die Zeichen gleich auf Sturm, denn bei Siegfrieds Ernennung durch den Papst wurde Adolfs Bruder Konrad, den das Domkapitel gewählt hatte, übergangen.

Die Herren zu Löwenberg

In unserer Region war der Tod Heinrichs III. von Sayn 1246/47 ein tiefer Einschnitt. Er war ein mächtiger Fürst gewesen, der mit Kaiser Friedrich II. und König Heinrich (VII.) in Kontakt gestanden hatte; diese Machtstellung geht unter seinen Nachfolgern verloren. Die Löwenburg, zunächst seiner Frau Mechthild von Sayn als Witwensitz übertragen, fällt um 1268/69 an die Familie seiner Schwester, doch es gibt immer wieder Erbstreitigkeiten. Mit Johann I. von Heinsberg (1271-1306) beginnt das nächste Kapitel in der Geschichte der Löwenburg, das der Herren zu Löwenberg.

Steine vom Drachenfels für den Kölner Dom

In der Kunst setzt sich die Gotik auch in Deutschland durch. 1248 legt Erzbischof Konrad von Hochstaden den Grundstein für den neuen, gotischen Kölner Dom. Damit brechen für die Burggrafen von Drachenfels gute Zeiten an, denn für den Dombau ist Trachyt vom Drachenfels der ideale Stein. Burggraf Gottfried und das Kölner Domkapitel schließen 1273 einen Vertrag über den Abbau von Trachyt. Er wird mehrfach verlängert und sichert den Burggrafen bald ein beträchtliches Vermögen.

Der Weg nach Worringen (1280-1287)

Als Herzog Walram V. von Limburg, ein Verwandter Graf Adolfs V. von Berg, 1280 ohne männlichen Nachkommen stirbt, fällt Limburg an seinen Schwiegersohn Graf Rainald I. von Geldern. Obwohl sogar König Rudolf I. diesen Lehnsübergang bestätigt, erhebt Graf Adolf Einspruch und forderte das Herzogtum Limburg als sein Erbe. Nicht nur er, auch weitere Verwandte erheben Erbansprüche.

Da Graf Adolf gegenüber Rainald seine Erbansprüche kaum durchsetzen kann, verkauft er sie 1283 an Herzog Johann von Brabant. Der wiederum versucht seit längerem, seinen Machtbereich zu vergrößern. Ein möglicher Machtzuwachs der Grafen von Berg ruft den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg auf den Plan; er verbündet sich 1284 mit Graf Rainald von Geldern und sichert ihm Beistand gegen seine Feinde zu - insbesondere gegen den Grafen Adolf V. von Berg. Die Bürger der Stadt Köln stellen sich gegen ihren Erzbischof. Der Limburger Erbfolgestreit eskaliert, wegen der vielfältigen Interessenskonflikt wird daraus ein regionaler Krieg. 1287 scheitert der Versuch einer friedlichen Einigung.

Anfang 1288 wird das Rheinland Hauptkriegsplatz. Die Partei des Erzbischofs fällt in die Gebiete der Grafen von Berg und Mark ein, das Bergische Land wird durch den Erzbischof furchtbar verwüstet, bis ihn das herannahende Brabanter Heer zum Abzug bewegt. Die wiederum rächen sich. Einige Quellen berichten, dass Graf Adolf von Berg 1287 die Burg Drachenfels erstürmt und das angrenzende Gebiet verheert hat.

Die Schlacht von Worringen (1288)

Schließlich treffen beide Parteien am 5. Juni 1288 in Worringen aufeinander. Es ist eine der größten mittelalterlichen Ritterschlachten im Bereich Niederlothringen und dem Rheinland mit etwa 4500 bis 6100 Rittern zuzüglich einer Vielzahl nicht berittener Kämpfer. Burggraf Heinrich und sein Bruder Rutger vom Drachenfels sowie Graf Johann I. von Löwenburg und Burggraf Ludwig von Wolkenburg ziehen mit ihrem Lehnsherrn, dem Propst des Bonner St. Cassius-Stifts, auf der Seite des Erzbischofs in die Schlacht - und werden besiegt. Erzbischof Siegfried von Westerburg selbst wird von Herzog Johann I. von Brabant gefangengenommen und Graf Adolf V. von Berg ausgeliefert. Gut ein Jahr wird er auf Schloss Burg festgehalten.

Die Burggrafen vom Drachenfels geraten in Gefangenschaft des Herzogs von Berg und müssen ihm Lehnstreue schwören; Graf Johann I. von Heinsberg, Herr zu Löwenberg, gerät in die Gefangenschaft des Grafen Gerhard von Jülich und muss ihm seine Burg Reitersdorf bei Rhöndorf übertragen. Erst nach Unterzeichnung des Sühnevertrages vom 19. Mai 1289 und der Zahlung eines hohen Lösegeldes an Graf Adolf V. von Berg wird der Erzbischof am 6. Juli 1289 wieder frei gelassen. Er hat die Bedingungen der Sieger hinnehmen müssen.

Der Ausgang der Schlacht ergab gravierende Änderungen im Rheinland. Nach einigen weiteren Auseinandersetzungen wird Limburg mit der Lehnsbeleihung 1292 durch König Adolf von Nassau rechtskräftig mit dem Herzogtum Brabant vereinigt. Die Vormacht der Kölner Erzbischöfe ist dahin, die Herrschaft über die Stadt Köln verloren gegangen, der Weg für die kleineren Landesherren am Niederrhein und im Bergischem Land ist frei. Adolf V. festigt und erweitert die Macht der Grafen von Berg im Rheinland, am 14. August 1288 erhebt er Düsseldorf zur Stadt. Köln wird eine freie Reichsstadt.

Unfreiwillige Lehnsmänner

Die Burggrafen vom Drachenfels sind nach ihrer Freilassung am 31.1.1289 unfreiwillig Lehnsmänner des Grafen Adolf V. von Berg. Zwar hat Papst Nikolaus IV. Siegfried von Westerburg und seine Mitstreiter am 18.1.1290 von den unter Zwang eingegangenen Verpflichtungen befreit, und einige Monate später, am 4./5. Juli 1290, hat im Bonner Münster sogar ein Prozess gegen die Stadt Köln stattgefunden, auf dem Johann I. von Heinsberg, Herr zu Löwenburg, als Zeuge aufgetreten ist. Doch für die Grafen aus dem Siebengebirge wird es noch viele Jahre dauern, bis die Folgen aus der Niederlage von Worringen überwunden sind.

Johann I. trifft es besonders hart. Als unfreiwilliger Lehnsmann des Grafen von Jülich gerät er bei einer Fehde zwischen dem Kölner Erzbischof Wigbert von Holte (EB 1297-1304) und den Grafen von Jülich und der Mark zwischen die Fronten. Truppen des Erzbischofs berauben und brandschatzen sein Gebiet; sein Sohn aus erster Ehe, Heinrich, schlägt sich auf die Seite des Erzbischofs. Doch noch im gleichen Jahr versöhnen sich Vater und Sohn wieder. 1306 verstirbt Johann I., und Heinrich wird als Heinrich I. Herr der Löwenburg (1306-1343).

Schwache Könige im Reich, Gewaltherrscher im Ausland

König Rudolf von Habsburg ist einer der populärsten Herrscher des Spätmittelalters, es gelingt ihm, verloren gegangenes Reichsgut für die Krone zurück zu gewinnen. Doch 1291 scheitert sein Versuch, seinen Sohn Albrecht zum Thronfolger wählen zu lassen - offensichtlich ist er den Fürsten zu mächtig geworden. Nun schlägt der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg Adolf von Nassau vor, einen weniger bedeutenden Fürsten, der auch mit Johann I. von Löwenberg verschwägert ist. Schon vor seiner Wahl wird Adolf von den Kurfürsten, allen voran der Kölner, zu umfangreichen Zugeständnissen gedrängt.

Während die Könige im Reich eher schwach sind, herrschen im Ausland mächtige Regenten, ja Gewaltherrscher. Auch am Rhein sieht man mit Sorge die Machtgier Philipps IV. Als er Ende des 13. Jahrhunderts auch Flandern mit Gewalt unter seine Kontrolle bringen will, schmiedet Graf Guido von Flandern ein Bündnis mit König Edward I. von England und König Adolf von Nassau gegen Frankreich. Am 24. Juni zieht Graf Eberhard von der Mark an der Spitze einer Ritterschar nach Nordflandern, um dort das bedrängte Ypern zu schützen. Mit dabei sind Johann von Löwenberg und sein Sohn Heinrich. In der Geschichte "Bruder Bolko" können Sie mehr über die damaligen Ereignisse erfahren.

Ein mittelalterliches Impeachment

Als Thronkandidat hat Adolf von Nassau alles zugesagt, was von ihm verlangt wurde - doch nach seiner Wahl sucht auch er die Stellung des Königs gegenüber den Kurfürsten zu stärken. 1298 vereinen sie sich gegen ihn und setzen ihn ab - ein ungeheuerlicher Vorgang. Am 28. Juli 129 wird Albrecht von Habsburg (1298-1308) zum König gewählt. Die Großen des Reiches haben es geschafft: Sie wählen den König, sie "küren" ihn, deshalb bezeichnet man sie seit dieser Wahl als Kurfürsten.

Doch Adolf gibt nicht kampflos auf, erst nach seinem Tode in der Schlacht bei Göllheim im Juli 1298 ist der Weg frei für Albrecht. Als der Papst ihm die Anerkennung verweigert, schließt König Albrecht I. ein Bündnis mit dem französischen König Philipp IV. Das führt zu Spannungen mit den rheinischen Kurfürsten; als Folge hebt der König 1301 die von den Kurfürsten willkürlich erhobenen Rheinzölle auf. Erst 1303, und nur gegen weitreichende Zugeständnisse, wird er vom Papst anerkannt. Albrecht I. ist durch Gewalt König geworden, und durch Gewalt endet auch sein Königtum. Am 1. Mai 1308 wird er von seinem Neffen Johann Parricida ermordet.

Heinrich VII. von Luxemburg (1308-1313)

Nach der Ermordung Albrechts I. kommen die Kurfürsten am 27. November 1308 erneut zur Wahl zusammen. Dabei kann sich überraschend Heinrich, der hochangesehene Graf von Luxemburg, durchsetzen. Er ist romanisch geprägt, seine Muttersprache ist Französisch, aufgewachsen ist er in der Tradition des französischen Rittertums. Heinrich verständigt sich mit den Habsburgern und lässt 1309 seine beiden Vorgänger, Adolf von Nassau und Albrecht I., im Kaiserdom der Salier in Speyer bestatten.

Heinrichs Regierungszeit fällt in die Anfangsjahre der "Babylonischen Gefangenschaft" der Kirche, der fast siebzig Jahre (1309-1377) währenden Schattenherrschaft der Päpste in Avignon. Er greift nicht ein, stemmt sich aber mit aller Kraft gegen Übergriffe Frankreichs auf die linksrheinischen Grenzgebiete des Reiches. 1310 gelingt es ihm, die böhmische Krone zu gewinnen, mit der durch Erbverträge auch die polnische verbunden ist. Böhmen sollte zum Eckpfeiler der luxemburgischen Hausmacht werden, vor allem unter seinem Enkel Karl IV.

"Meine treuen und lieben Bonner" - Erzbischof Heinrich II. von Virneburg

Auch der neue Kölner Erzbischof Heinrich II. von Virneburg (EB 1304-1332) hat für Heinrich VII. gestimmt und sich dafür reichlich entlohnen lassen. Er fördert den Bau des neuen gotischen Doms sehr, dennoch waren die Kölner Erzbischöfe in der Stadt selbst schon lange nicht mehr willkommen. Am liebsten war Heinrich in Bonn, hier stellte er, mit Einverständnis Heinrich VII., die Rheinzölle wieder her. Seine "treuen und lieben Bonner" aber befreite er von allen Zollabgaben.

Nach Aussagen von Zeitgenossen soll Heinrich geschwätzig und trunksüchtig gewesen sein. Später war er maßgeblich am Ketzerprozess gegen Meister Eckhart beteiligt, als 1325 die Anklageschrift bei ihm eingereicht wurde. Er übergab das Verfahren der päpstlichen Kurie in Avignon.

Wallfahrtsorte Petersberg und Heisterbach

Die Mönche von Heisterbach erwirtschaften nicht genug, um den Unterhalt der Abteikirche und den Klosterbetrieb selbst zu bestreiten, so wie es das Ideal der Zisterzienser vorsieht. Dafür werden die Kapelle auf dem Petersberg und die Abteikirche in Heisterbach Wallfahrtsorte. Hier werden Ablässe gewährt, d.h. für Bittgänge an bestimmten Tagen, Stiftungen u.ä. werden Sünden vergeben. Päpstliche Verkündigungen von 1312 und 1319 bestätigten dies. Von nun an ziehen Pilger an kirchlichen Feiertagen hinauf zum Petersberg und zum Kloster Heisterbach.

Dennoch ist die Abtei verschuldet, deshalb werden Kirchenstrafen verhängt und Äbte abgesetzt. Personalmangel kommt hinzu, man muss Knechte einstellen oder die Güter verpachten.

Doppelwahl und Thronstreit

Nach dem plötzlichen Tod Kaiser Heinrichs VII. 1313 in Italien wird 1314 auf Betreiben der Luxemburger Partei Ludwig von Bayern von der Mehrheit der Kurfürsten als erster Wittelsbacher zum König gewählt. Die Minderheit der Kurfürsten, unter ihnen auch der Kölner Erzbischof Heinrich II. von Virneburg, erhebt den Habsburger Friedrich "den Schönen" von Österreich (1314-1330) als Gegenkönig. So wird Bonn erstmals Schauplatz einer Königskrönung. Am 25. November 1314 krönt Erzbischof Heinrich II. von Virneburg Friedrich den Schönen im Bonner Münster zum deutschen König. Auch Heinrich I., seit 1306 Herr von Löwenberg und Lehnsmann des Kölner Erzbischofs, unterstützt Friedrich und ist bei der Krönung im Bonner Münster zugegen. Wieder führt eine Doppelwahl zu einem Bürgerkrieg. 1322 treffen beide Heere in der Schlacht bei Mühldorf am Inn aufeinander. Ludwig siegt und nimmt Friedrich gefangen.

Der Thronstreit zwischen Ludwig IV. "dem Bayern" und Friedrich "dem Schönen" von Habsburg spaltet auch die Familie der Löwenberger: Heinrich I. steht auf der Seite des Erzbischofs und damit auf der Seite Friedrichs, sein Stiefbruder Johann II. auf der Seite von Jülich und Heinsberg, und damit auf der Seite Ludwigs. In den folgenden Kämpfen wird die Burg Reitersdorf bei Rhöndorf zerstört. Erst 1325 versöhnen sich die Brüder.

Die Herren von Löwenberg

Zur Zeit Heinrichs I. wird erstmals die "Herrschaft von Löwenberg" und die Errichtung der "unteren Burg" erwähnt. Am 11.11.1338 übertragen Heinrich I. und seine Ehefrau Agnes von Cuyk die Löwenburg dem Grafen Dietrich von Loen und Chiny, Herr von Heinsberg und Blankenberg, zu Lehen. Der Graf ist ein einflussreicher Mann in unserer Region, und mit ihm sollte es Jahre später Streit geben.

Als ein Jahr später der Hundertjährige Krieg ausbricht, stellt sich Heinsberg auf die Seite Englands, und auch Heinrich I. zieht in den Krieg. Ende Dezember 1343 verstirbt Heinrich I. von Löwenberg. Da seine Ehe mit Agnes von Cuyk kinderlos geblieben war, tritt sein Neffe Heinrich II. (Herr der Löwenburg 1343-1346) das Erbe an. Doch schon wenige Jahre später, am 19. Juli 1346, fällt er in der Schlacht von Vottem. Bald darauf stirbt auch sein kleiner Sohn, und es gibt keine männlichen Löwenberger mehr. In den folgenden Jahrzehnten wird um die Löwenburg gestritten und gekämpft.

Ludwig der Bayer (1314-1346)

König Ludwig der Bayer hatte sich bald mit seinen Widersacher, dem Habsburger Friedrich ausgesöhnt und ihn 1325 sogar zum Mitregenten ernannt. Er bemüht sich um die Anerkennung durch den Papst, doch er bekommt sie nicht. Als Antwort schert er sich nicht mehr um den Anspruch des Papstes, sein Königtum zu bestätigen (Approbation). Daraufhin verhängt Papst Johannes am 23. März 1324 den Kirchenbann über den König. Namhafte Gelehrte und auch der Franziskaner-Orden stehen auf Ludwigs Seite.

1338 kommen die Kurfürsten im Kurverein von Rhense zusammen und bestätigen, dass ein von ihnen gewählter König nicht vom Papst bestätigt werden muss - ein deutliches Zeugnis des Selbstbewusstseins der Kurfürsten! Doch der langjährige, verbissene Streit mit drei Päpsten überschattet Ludwigs Regierungszeit. Zudem ist er kein geschickter Diplomat, dafür aber ein erfolgreicher, vielleicht zu erfolgreicher Hausmachtspolitiker.

Schließlich verbünden sich die Kurfürsten gegen ihn, an ihrer Spitze der Luxemburger Karl. Er beginnt eine üble Propaganda-Kampagne gegen Ludwig. Mit Unterstützung von Papst Klemens VI., seinem Jugendfreund, und dank einer riesigen Menge Geldes wird Karl im Frühsommer des Jahres 1346 als Gegenkönig aufgestellt und am 26. November 1346 vom Kölner Erzbischof Walram von Jülich in Bonn zum König Karl IV. gekrönt. Ein Krieg droht, doch kurz darauf stirbt Ludwig. Er ist in der Frauenkirche in München beigesetzt.

Bild- und Quellenachweis

Das Bild Johanns von Brabant stammt aus der Public Domain Section der Wikipedia.