Revolution 1848/49

Revolution 1848

Die große soziale Not und die Wut der Menschen gegen die Restaurationspolitik brechen sich schließlich in der Märzrevolution Bahn.

Märzrevolution (März 1848)

Am 22. Februar 1848 vertreiben die Franzosen ihren "Bürgerkönig" Louis Philipp; Frankreich ist wieder Republik. Die Nachrichten aus Paris verbreiten sich schnell. Schon in den ersten Märztagen kommt es in vielen Städten zu Unruhen und Volksaufständen. Menschen mit schwarz-rot-goldenen Fahren ziehen durch die Straßen und jubeln, wenn Redner Einheit, Freiheit und ein Bundesparlament, Volksbewaffnung (Bürgerwehr), Pressefreiheit und Öffentlichkeit des Gerichts-wesens fordern. Anders als in Frankreich wollen die meisten die Monarchie beibehalten und streben eine Einigung mit den Fürsten an; nur eine Minderheit verlangt die Republik und außerdem soziale Reformen.

In Bonn spricht Professor Gottfried Kinkel mit einer schwarz-rot-goldenen Fahne in der Hand in glühenden Worten von Freiheit und Einigkeit. Er wird zum Hoffnungsträger der Demokraten.

Von den Aufständen überrascht, machen die Herrscher der deutschen Mittel- und Kleinstaaten schnell Zugeständnisse und stellen liberale Minister ein, die "Märzminister". Der Bundestag in Frankfurt hebt die Pressezensur auf und erklärt Schwarz-Rot-Gold zur deutschen Bundesfahne.

Revolution in Wien (13. März 1848)

Studenten demonstrieren vor dem Hofburg und fordern die Aufhebung der Zensur sowie eine allgemeine Volksvertretung. Als gegen sie Militär eingesetzt wird, schließen sich Bürger und Arbeiter den Demonstrationen an. Staatskanzler Metternich muss seinen Rücktritt erklären und fliehen. Auch in Wien soll eine neue Verfassung erarbeitet werden, und die nichtdeutschen Völker der Donaumonarchie fordern Selbstregierung.

Barrikadenkämpfe in Berlin (18./19. März 1848)

Als die Nachrichten von den revolutionären Ereignissen im Land und dem Rücktritt Metternichs Berlin erreichen, gehen auch hier viele Menschen auf die Straße. Als Truppen aufziehen, spitzt sich die Lage zu. Friedrich Wilhelm IV. ist erschüttert, doch er verspricht seinem Land eine Verfassung und eine liberalen Regierung. Daraufhin zieht eine große Menschenmenge vor das Berliner Schloss und jubelt ihm zu, als er auf den Balkon tritt. Soldaten versuchen, die Menschen zurückzudrängen.

Plötzlich fallen zwei Schüsse, ob gewollt oder versehentlich, ist bis heute unklar geblieben. Sofort schlägt die Stimmung um. Die ganze Nacht hindurch bis in die Morgenstunden des 19. März toben in Berlin Barrikadenkämpfe, bei denen hunderte Menschen sterben. Die Sache der Aufständischen ist schon verloren, doch der König will kein weiteres Blutvergießen und befiehlt den Abbruch der Kämpfe. Er richtet einen Aufruf "An meine lieben Berliner" und verspricht, die Truppen zurückzuziehen, wenn die Barrikaden geräumt werden.

Prinz Wilhelm, der spätere Kaiser Wilhelm I., teilt diese Haltung seines Bruders nicht. Wäre es nach ihm gegangen, hätte man die "Aufrührer mit Kartätschen zusammengeschossen", was ihm für die nächsten Jahre den Beinamen "Kartätschenprinz" einträgt. Der König schickt ihn zunächst außer Landes nach England. Den nächsten Tag hat Adolph Menzel in einem Bild festgehalten. Hunderte Menschen sind gefallen, ihre Särge werden in den Schlosshof getragen. Friedrich Wilhelm IV. nimmt seinen Hut ab und verneigt sich vor ihnen. Danach werden die Särge vor dem Deutschen Dom auf dem Berliner Gendarmenmarkt aufgebahrt.

Zwei Tage später, am 21. März 1848, reitet der König mit einer schwarz-rot-goldenen Binde durch die Straßen Berlins und verkündet: "Ich habe heute die alten deutschen Farben angenommen und mich und mein Volk unter das ehrwürdige Banner des deutschen Reiches gestellt. Preußen geht fortan in Deutschland auf".

Kabinettschef Ludolf Camphausen

Am 29. März 1848 bildet Friedrich Wilhelm IV. ein Kabinett mit den rheinischen Liberalen Ludolf Camphausen und David Hansemann. Das hat es noch nie gegeben: ein Bürgerlicher aus der Rheinprovinz leitet das Kabinett des Königreichs Preußen! Aber auch die Krone profitiert, denn die beiden Herren sind finanzkräftige Unternehmer. Im Kabinett sitzen liberale Großbürger und Adlige.

Einig sind sich die liberalen "Märzminister" in ihrem Drängen auf eine Verfassung, uneinig sind sie über deren Ausgestaltung. Wie soll die Macht zwischen König und Parlament geteilt werden? Worauf beruht sie, erkennt man die Verdienste der Revolution an, und damit das Volk als Souverän? Das wäre das Gegenteil von "Gottesgnadentum", und selbst wenn Regierungschef Camphausen so denken würde, dem König könnte er es nie vermitteln. Zudem ist das Regieren ohnehin schwierig, denn die stockkonservative Hofkamarilla um den König lauert nur darauf, ihn wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.

Im März 1848 hat die Revolution gesiegt. Ein spontan zusammengekommenes Vorparlament in Frankfurt beschließt die Ausschreibung von allgemeinen und gleichen Wahlen zu einer deutschen Nationalversammlung. Am 1. Mai 1848 wird zum ersten Mal in allgemeiner, gleicher und indirekter Wahl gewählt. Die preußischen Staatsbürger wählen am selben Tag auch für das Königreich Preußen eine Nationalversammlung.

Bonner Demokraten: Kinkel und Schurz

Die demokratische Bewegung hat sich aus dem Liberalismus entwickelt. Beide fordern mit Nachdruck eine Verfassung. Während die Liberalen in ihrer Mehrheit auf eine konstitutionelle Monarchie setzen, wollen die meisten Demokraten eine republikanische Staatsform, in der das Parlament, gewählt in allgemeiner und gleicher Wahl, Gesetze beschließt und die Regierung kontrolliert. Das hieße: Das Volk ist der Souverän, und damit brechen die Demokraten mit den Anhängern der Monarchie und auch vielen Liberalen. Anders als bei vielen Liberalen soll ihr Staat "auf breitester demokratischer Grundlage" entstehen - nicht nur gebildete Bürger, auch Handwerker, Arbeiter und all die anderen bislang ausgeschlossenen Menschen sollen am politischen Geschehen teilhaben. Sie setzen sich für eine gerechtere Steuerpolitik und einen besseren Zugang zur Bildung auch für Handwerker, Arbeiter und ihre Familien ein. Und die Demokraten wollen ein geeintes Deutschland, in dem es vorangeht.

Im Mai 1848 kandidiert Kinkel sowohl für die Deutsche Nationalversammlung als auch für die preußische Nationalversammlung, wird aber nicht gewählt. Im Rheinland dominieren die gemäßigten, eher rechten Liberalen und die Konservativen, außerdem fehlt den Demokraten eine effektive Organisation. Im ganzen Raum organisieren Kinkel und sein junger Student Carl Schurz demokratische Vereine. Täglich erschien nun ihre "Bonner Zeitung". Kinkel gründet einen Handwerkerfortbildungsverein.

Doch auch die Demokraten sind nicht in allem einig. Die Bonner um Kinkel setzen auf die "Verbreitung republikanischer Lebensformen durch alle Schichten der Gesellschaft auf friedlichen Wegen der Gedankenverbreitung"*. Andere wenden sich Karl Marx zu, der in der "Neuen Rheinischen Zeitung" zunehmend vom Klassenkampf spricht. Beim Berliner Demokratenkongress am 26. Oktober 1848 kommt es zum offenen Bruch.

Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche

Auch vom Einzug der Parlamentarier in die Frankfurter Paulskirche am 18. Mai 1848 ist uns ein Bild überliefert. Es ist ein großer Tag, überall wehen schwarz-rot-goldene Flaggen und die Menschen jubeln den Parlamentariern zu. Unter ihnen sind Jakob Grimm, Ernst Moritz Arndt und der "Turnvater" Jahn.

Parteien gibt es noch nicht, doch Gleichgesinnte finden sich zu Fraktionen zusammen. Ihre Sitzordnung ist uns heute noch vertraut: Auf der linken Seite sitzen die (damals) Radikalen, die eine Republik und unbedingte Gleichheit aller Bürger verlangen, unter ihnen ist auch Robert Blum, geboren in Köln. Auf der rechten Seite sitzen die Konservativen, die für die Beibehaltung der Monarchie und der Adelsprivilegien sind, unter ihnen auch extrem konservative, gar reaktionäre wie der General von Radowitz, später Berater von König Friedrich Wilhelm IV. In der Mitte sitzen die Liberalen, die eine Verfassung und die Mitwirkung des Volkes an der Regierung fordern; sie spalten sich bald in eine republikanische linke und eine konservative rechte Fraktion.

Die Nationalversammlung steht vor einer gewaltigen Aufgabe, hat aber von Anfang an einen schweren Stand. Für den Moment hat die Revolution gesiegt, haben die Fürsten nachgegeben; doch die meisten von ihnen, allen voran die Großmächte Preußen und Österreich, denken nicht daran, sich mit dem Sieg der Revolution abzufinden. Während die Parlamentarier beraten, wird in Deutschland, Preußen und Österreich weiter gekämpft.

Die Nationalversammlung bildet Ende Juni 1848 zunächst eine provisorische Zentralregierung für ganz Deutschland mit dem österreichischen Erzherzog Johann an der Spitze. Seine Regierung wird von allen Bundesstaaten anerkannt, der Bundestag löst sich auf und überträgt ihr seine Rechte. Doch die Großmächte Österreich und Preußen weigern sich, ihre Truppen der Zentralregierung zu unterstellen. Auch außenpolitisch genießen die Nationalversammlung und die Zentralregierung wenig Ansehen. Als es im August zum Krieg Preußens und Hannovers gegen Dänemark um Schleswig-Holstein kommt, verhandeln die ausländischen Mächte und Preußen miteinander - als gäbe es keine Zentralregierung. Gegen den ausdrücklichen Wunsch der Nationalversammlung schließt Friedrich Wilhelm IV. einen Waffenstillstand.

Großdeutsch oder kleindeutsch?

Die Beratungen der Nationalversammlung ziehen sich über Monate hin. Die Mehrheit der Parlamentarier tritt für die Monarchie ein, aber soll es ein Erbkaisertum eines Herrscherhauses sein, oder ein Wahlkaisertum? Und wie soll Österreich einbezogen werden? Die "großdeutsche" Lösung mit den deutschsprachigen Ländern Österreichs würde die Habsburger Donaumonarchie spalten. Die "kleindeutsche" Lösung mit Preußen an der Spitze ist nur ohne Österreich denkbar, denn der österreichische Kaiser würde sich wohl kaum dem preußischen König unterordnen.

"Ich sterbe für die Freiheit. Möge das Vaterland meiner gedenken" Robert Blum

Während die Nationalversammlung noch diskutiert, wird sie von der Realität eingeholt. In Österreich setzen sich die Regierungstruppen durch, im Sommer werden nationale Erhebungen in Böhmen, Oberitalien und Ungarn niedergeworfen; im Herbst Wien zurückerobert. Der neue österreichische Ministerpräsident Fürst Schwarzenberg lässt die Revolutionäre standrechtlich erschießen. Am 9. November 1848 sogar Robert Blum, der im Auftrag der Nationalversammlung nach Wien gereist ist und als Parlamentarier Immunität genießt. "Ich sterbe für die Freiheit, möge das Vaterland meiner gedenken" sind seine letzten Worte.

Schwarzenberg stellt die absolute Monarchie wieder her; Franz Josef I. (1848-1916) wird österreichischer Kaiser. Die Donaumonarchie Österreich lehnt eine Aufspaltung in deutschsprachige und nicht-deutschsprachige Landesteile kategorisch ab; damit ist die großdeutsche Lösung unmöglich geworden.

Sieg der Reaktion

Nach den Erfolg Schwarzenbergs in Wien setzt sich Mitte November auch in Berlin die Reaktion durch. Preußisches Militär unter General Wrangel rückt in die Stadt ein; der Belagerungszustand wird verhängt. Friedrich Wilhelm IV. beruft ein neues Kabinett, in dem nur Konservative sitzen; die preußische Nationalversammlung wird erst in die Provinz abgeschoben und dann aufgelöst. Wenig später, am 5. Dezember 1848, verfügt der König die "Oktroyierte Verfassung" die zwar zunächst die Grundrechte sowie das allgemeine und gleiche Wahlrecht vorsieht, aber dem Volk keine wirkliche Mitverantwortung zugesteht.

Am 22. Januar 1849 wird in Preußen die Zweite Kammer, die Abgeordnetenkammer des Preußischen Landtags gewählt. Liberale und Demokraten werden gestärkt, auch Kinkel bekommt ein Mandat.

Keine Krone "mit dem Ludergeruch der Revolution"

Am 28. März 1849 wird in der Paulskirche die Verfassung verabschiedet: es soll eine konstitutionelle Monarchie sein mit einem Erbkaiser an der Spitze, dieser beruft die Reichsminister, die dem Reichstag verantwortlich sind. Der Reichstag soll das Recht der Gesetzgebung haben und nach allgemeinem und gleichem Wahlrecht gewählt werden. In die Verfassung werden die Grundrechte aufgenommen. Die Abgeordneten wählen mit 290 von 538 Friedrich Wilhelm IV. von Preußen zum Kaiser, die Großdeutschen enthalten sich der Stimme.

Im April 1849 trifft eine Delegation der Nationalversammlung, unter ihnen der Bonner Professor Ernst Moritz Arndt, in Berlin ein und trägt Friedrich Wilhelm die Kaiserkrone an. Höflich, aber unmissverständlich lehnt er ab. Wohl findet er, dass die Familie der Hohenzollern die Kaiserkrone mit Würde tragen kann, sie aber vom Volk zu empfangen, ist mit seinem Verständnis der Herrschaft von Gottes Gnaden nicht zu vereinbaren. Damit hat Friedrich Wilhelm IV. das Werk der Nationalversammlung endgültig zum Scheitern gebracht.

Am 31. Mai 1849 löst sich die Nationalversammlung auf, zum Teil freiwillig, zum Teil werden die Parlamentarier zurückgerufen. Ein "Rumpfparlament" muss nach Stuttgart übersiedeln und wird schließlich von der württem-bergischen Regierung aufgelöst.

Badisch-pfälzischer Aufstand

Als die preußische Abgeordnetenkammer im Mai die Paulskirchenverfassung anerkennt, hat sie nach Meinung der Krone ihre Kompetenzen überschritten. Friedrich Wilhelm IV. löst sie au; für Juni 1849 werden Neuwahlen angesetzt. Mit einer Notverordnung wird anstelle des allgemeinen und gleichen Wahlrechts ein Dreiklassen-wahlrecht verfügt - das soll andere Mehrheiten bringen. Auch die Bonner Demokraten um Kinkel und Schurz sind tief enttäuscht.

Neue Kämpfe brechen aus, eine zweite demokratische Aufstandsbewegung vor allem in Sachsen, Baden, der preußischen Rheinprovinz mit Westfalen und der bayrischen Rheinpfalz will die Fürsten zur Annahme der Paulskirchenverfassung zwingen. In Baden hat sich fast die ganze Armee des Großherzogtums ihr angeschlossen und den Aufständischen die Festung Rastatt in die Hände geliefert. Fürst Leopold von Baden ruft preußische Soldaten zu Hilfe, und König Friedrich Wilhelm IV. zögert keinen Augenblick - preußische Truppen, angeführt vom Prinzen Wilhelm, sollen den Aufstand niederschlagen.

Auch in der Rheinprovinz werden Männer einberufen. Für viele heißt das, gegen die eigene Überzeugung zu handeln; schon kommt es zu ersten Aufständen in Elberfeld. Der König von Preußen hat eine Verständigung mit der Krone und auch die Hoffnung auf sozialer Reformen zunichte gemacht. Nun bleibt nur der Kampf, um die Reichsverfassung und die nationale Einheit in Freiheit noch zu retten.

Als anerkannter demokratischer Führer in Bonn zögerte Kinkel keinen Augenblick: Zunächst würde man sich die Waffen der Landwehr aus dem Zeughaus in Siegburg holen, und dann mit den Aufständischen in Elberfeld kämpfen und den Aufstand nach allen Seiten ausbreiten. Die Zeit drängt, denn auf den 11. Mai ist die Landwehr des Distrikts nach Siegburg berufen.

In Bonn verabschiedet sich der junge Student Carl Schurz von seiner Familie, um mit seinem Professor Gottfried Kinkel und anderen demokratisch gesinnten Menschen für die Revolution zu kämpfen. Er ahnt, dass es zu spät ist. "Ehe ich das Haus verließ, verweilte ich noch einen Augenblick in meinem Zimmer. Wir wohnten damals auf der Koblenzer Straße und von meinem Fenster hatte ich einen freien Blick auf den Rhein und das Siebengebirge, jene Aussicht, die an Lieblichkeit in der ganzen Welt ihresgleichen sucht. Wie oft hatte ich, in den Anblick dieses anmutigen Bildes versunken, mir träumend eine schöne, ruhige Zukunft aufgebaut! Nun konnte ich in der Dunkelheit nur die Konturen meiner geliebten Berge gegen den Horizont stehend unterscheiden. Hier war meine Arbeitsstube, still wie sonst. Wie oft hatte ich sie mit meinen Phantasien bevölkert! Da waren meine Bücher und Manuskripte, alle von Plänen, Bestrebungen und Hoffnungen zeugend, die ich nun vielleicht auf immer hinter mir lassen sollte. Ein instinktives Gefühl sagte mir, daß es damit nun wirklich vorbei sei. Ich ließ alles liegen, wie es eben lag, kehrte der Vergangenheit den Rücken und ging meinem Schicksal entgegen."(Carl Schurz, Lebenserinnerungen, Band 1)

In der Nacht vom 10./11. Mai 1849 ziehen 120 Bürgern und Studenten, unter ihnen Kinkel und Schurz, zum Zeughaus in Siegburg, um sich die dort aufbewahrten Waffen der Landwehr anzueignen. Doch das Unternehmen scheitert.

Kinkel und Schurz gehen nach Baden und kämpfen im badisch-pfälzischen Aufstand mit. Doch die Freischärler haben den preußischen Truppen nichts entgegenzusetzen. Kinkel wird verletzt und gerät in Haft. Schurz ist mit anderen Aufständischen in der Festung Rastatt eingeschlossen. Am 23. Juli 1849 ist die Lage aussichtlos; die Aufständischen kapitulieren, um wenigstens der Zivilbevölkerung weiteres Leid zu ersparen. Als preußischem Bürger droht Schurz die Exekution, doch mit viel Glück entkommt er im letzten Moment durch einen Abwasserkanal.

Ein Jahr später, am 7. November 1850, befreit er Kinkel in einer tollkühnen Aktion aus dem Zuchthaus in Spandau, beide fliehen und leben eine Weile in England. Dann entschließt sich Carl Schurz, mit seiner Frau nach Amerika auszuwandern. Hier wird er später ein enger Mitarbeiter von Präsidenten Lincoln und schließlich Minister im Kabinett von Präsident Hayes.

Bild- und Quellenachweis

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