Weimarer Republik

Weimarer Republik

Nach dem verlorenen Krieg, der Abdankung des Kaisers und der Novemberrevolution war es lange fraglich, ob Preußen überhaupt weiterbestehen sollte, oder ob es nicht besser wäre, Preußen zu zerschlagen. Es blieb bestehen, und das neue, demokratische Preußen, der Freistaat Preußen, war während der ganzen Weimarer Republik ein "Bollwerk der Demokratie" wie Gustav Stresemann sagte. All dies können Sie auf den Seiten zur Weimarer Republik nachlesen.

In diesem Kapitel:

Revolutions- und Putschjahre (1919-1923)

Die Niederlage kam für die meisten Menschen überraschend. Nun muss Deutschland einen harten Friedensvertrag unterschreiben, die Alliierten besetzen das Rheinland. Viele Menschen fürchten eine Annexion durch Frankreich, es gibt Bestrebungen "Los von Berlin". Die junge Weimarer Republik steht vor überwältigen Problemen, und die Extremisten von rechts geben den Demokraten die Schuld daran.

Das Krisenjahr 1923

Wegen ausstehender Reparationen besetzen französische und belgische Soldaten das Ruhrgebiet, die Reichsregierung ruft zum passiven Widerstand auf. Auch Königswinter und Bad Honnef werden besetzt. Die Wirtschaft bricht zusammen, der Wert der Mark sinkt ins Bodenlose. Im Westen schlagen die Separatisten los, in Sachsen und Thüringen die Kommunisten, in Bayern putscht Hitler.

Der kurze Aufschwung (1924-29)

Wenige Jahre des Aufschwungs sind der Weimarer Republik vergönnt. Das sind die "goldenen" zwanziger Jahre. Die Wirtschaft erholt sich langsam, und die Menschen können sich ein bisschen Normalität gönnen: Kino, Radrennbahn, Baden oder Ausflüge mit dem Auto. Auch die Menschen im besetzten Rheinland können etwas aufatmen: Die französischen Soldaten geben Bonn und den Siebengebirgsraum frei.

Die Republik zerfällt (1929-1933)

Die politische Mitte ist schwach. Seit 1925 ist General-Feldmarschall Paul von Hindenburg Reichspräsident, ein überzeugter Monarchist. Dann reißt die Weltwirtschaftskrise auch Deutschland in den Abgrund; Millionen sind arbeitslos und verelenden. Die Radikalen gewinnen die Oberhand. 1932 setzt Reichskanzler von Papen die preußische Regierung ab.

Alliierte Rheinlandbesetzung, Konrad Adenauer, Separatisten und die "Schlacht im Siebengebirge", Hyperinflation und das besetzte Ruhrgebiet - das sind wohl die meist verwendeten Schlagworte zu diesem Abschnitt unserer Geschichte.

Doch vieles ist fast vergessen. Das leitet über zu meinem besonderen Anliegen in diesem Kapitel. In der jüngeren rheinisch-preußischen und deutschen Geschichte liest man mit blutendem Herzen, wie wenig aufrechte Demokraten im Kaiserreich und in der Weimarer Republik galten, ganz zu schweigen vom Nationalsozialismus. Unter all den Jubiläen der letzten Jahre finden wir die Namen von Matthias Erzberger, Otto Braun, Carl Severing und Wilhelm Marx selten. Deshalb möchte ich sie als Einleitung zu diesem Kapitel, stellvertretend für alle demokratischen Politiker, mit Dank und Hochachtung erwähnen.

Bild- und Quellenachweis

Das Bild oben stammt von www.zeno.org.